Fischeitest

Fischeitest
(Ermittlung der akuten Fischgiftigkeit)

Beim Fischeitest nach DIN ISO 15088 (T6) handelt es sich um ein Verfahren, das die Funktion des Fischtests ersetzt.
Mit Hilfe des Fischeitestes können Schadwirkungen erkannt werden, bevor der Organismus die zur Wahrnehmung von Schmerzen erforderlichen Strukturen wie Zentralnervensystem, Haut oder periphere Sinnesorgane ausgebildet hat. Der Fischeitest kann bei gleicher Sensitivität vielseitiger als der Fischtest eingesetzt werden.

So bietet der Fischeitest auch die Möglichkeit, Prozessabwässer und Teilströme vor der Klärung zu überprüfen und kann so einen Beitrag zur Optimierung der Klärtechnik leisten. An der Entwicklung waren Mitarbeiter der GOBIO GmbH im entsprechenden DIN-Arbeitskreis maßgeblich beteiligt.

Als Testorganismen dienen Eier des Zebrabärblings (Danio rerio Hamilton-Buchanan). Dieser hat eine kurze Generationsdauer von nur 6 Monaten bis zum Erlangen der Geschlechtsreife und eine ganzjährige Fruchtbarkeit. Die Weibchen laichen mehrmals pro Woche. Die Entwicklung erfolgt in ihren Grundzügen bei allen Klassen der Wirbeltiere einschließlich des Menschen nach dem gleichen Muster und ist auf ein gemeinsames genetisches Programm zurückzuführen.

Beim Fischeitest werden zur Bestimmung der nicht akuten Toxizität von Abwässern Fischeier verschiedenen Verdünnungsstufen des Abwassers ausgesetzt. Nach 48-stündiger Exposition des Testmaterials wird die Verdünnungsstufe des nicht akut giftigen Ansatzes bestimmt.

Die Entwicklung von befruchteten Fischeiern kann durch Abwasserinhaltsstoffe beeinträchtigt werden. Als Schädigung gelten der Tod der Embryonen, sowie definierte Störungen der Embryonalentwicklung (z.B. Ausbleiben der Somitenbildung, Herzschlag), die zum Tod führen. Darüber hinaus können auch Hinweise auf chronische Schäden (z.B. Missbildungen der Wirbelsäule, verzögerte oder unvollständige Pigmentierung, Unterdrückung der Entwicklung der Kopfregion) erfasst werden.

Bei einer Auswertung des Fischeitests durch erfahrene Entwicklungsbiologen ist eine über die Erfassung der akuten Toxizität hinausgehende Analyse der Schadwirkung möglich. Der Fischeitest sollte daher als ein zentrales Instrument des vorsorgenden Umweltschutzes bei der ökotoxikologischen Untersuchung von Altlasten Beachtung finden. Der Test stellt bislang das einzige Instrument des vorsorgenden Umweltschutzes dar, das im Screening-Maßstab zur Erkennung von fruchtschädigenden Wirkungen eingesetzt werden kann und mit vertretbaren Kosten verbunden ist.

Der Fischeitest kann auch als Kontakttest durchgeführt werden. Dazu werden die Eier gegenüber den zu testenden Feststoffen die lediglich mit Wasser überschichtet werden bis zu 148h exponiert.