Biologische Abbautests

Zahn-Wellens-Test

Das Verfahren nach EN ISO 9888-L25/OECD 302 B dient zur Bestimmung der Elimination und der vollständigen biologischen Abbaubarkeit von wasserlöslichen organischen Substanzen oder von Abwasserinhaltsstoffen durch aerobe Mikroorganismen. Es wird geprüft, ob der Gehalt an löslichen organischen Substanzen (DOC) in einer in einer Testkonzentration von 400mg/L bei Versuchsbeginn über einen Zeitraum von 7-21 Tagen biologische abgebaut oder eliminiert wird. Dazu werden der Probe anorganische Nährsalze und Klärschlamm (Inoculum) aus einer Abwasserreinigungsanlage zugegeben. Die Wahl des Inoculums orientiert sich bei der Chemikalientestung am bestimmungsgemäßen Gebrauch der Substanz oder des Substanzgemisches. In der Regel sind das kommunale Kläranlagen. Im Abwassermanagement von Industrieanlagen werden Prozesswasser oder Teilströme je nach Einleitersituation mit Inoculae von der jeweiligen Industrieabwasserreinigungsanlage oder bei Indirekteinleitern von der empfangenden Kommunalen Kläranlage verwendet. Der Test kann auch eingesetzt werden, um eine mögliche Beeinträchtigung der Abbauleistung durch das Testgut zu erfassen. Dazu wird die Probe mit Modellsubtanzen oder Substanzgemischen versetzt und die Abnahme des DOC über einen Zeitraum von 7-21 Tagen bestimmt.

Laborkläranlagen

Zur Erfassung der biologischen Abbaubarkeit von Schadstoffen können verschiedene Verfahren eingesetzt werden:

Bei diesem Testverfahren wird Belebtschlamm aus Kläranlagen und synthetisches Abwasser zur Prüfung der biologischen Abbaubarkeit bzw. Elimination verwendet. Mit Hilfe des Belebtschlamms und anderen Testparametern werden die biologischen Stufen von Kläranlagen stimuliert. Das Testverfahren basiert auf OECD 303A (Coupled Unit Tests), DIN 38412-L26.

Nitrifikationshemmtest

Der Nitrifikationshemmtest nach EN ISO 9509 erfasst Wirkungen auf den Prozess der Nitrifikation, d.h die Oxidation des toxischen Abwasserinhaltsstoff Ammoniak zu Nitrat. Dabei wird je nach Fragestellung die Wirkung des Testgutes auf die Umsetzungskapazität eines Inoculums aus einer industriellen oder einer kommunalen Kläranlage untersucht.

Wachstumshemmtest mit Pseudomonas putida

Mit diesem Verfahren nach DIN EN ISO 10712-L8 wird die Wirkung von Abwasserinhaltsstoffen auf das Wachstum von Bakterien gemessen. Das Verfahren wird eingesetzt, um negative Auswirkungen von Einleitungen auf die Biozönose und Funktionsfähigkeit von Kläranlagen zu erfassen. Das Bakterium Pseudomonas putida wird stellvertretend für heterotrophe Mikroorganismen im Süßwasser verwendet.